Sonntag,
17. Dezember 2017

Wir privatisieren uns zu Tode


Heilbronner Stimme, 25. November 2008

Verschleuderer des Tafelsilbers

Mit seinem jüngsten Werk "Wir privatisieren uns zu Tode" trifft Rüdiger Liedtke den Nerv der Zeit. Denn der staatliche Privatisierungsrausch, der in den 90er Jahren begann, geht zu Ende. (...) Der Journalist Rüdiger Liedtke nimmt sich jeden Teilbereich ausführlich vor und macht an Beispielen deutlich, wie ge-fährlich ein blinder Privatisierungskurs ist. Letztlich, so lautet seine zentrale These, verkauft der Staat sich selbst an die Wirtschaft, beraubt sich jeder Einflussmöglichkeiten und untergräbt seine Legitimität. (...) Rüdiger Liedtke hat ein informatives, gut recherchiertes Buch vorgelegt, das jeder Politiker lesen sollte, bevor er daran denkt, weiteres Tafelsilber zu verscherbeln. 

 
Das Parlament Nr. 7/2008, Februar 2008

Ausverkauf des Tafelsilbers
Rüdiger Liedtkes kritisch-differenzierter Blick auf die Schattenseiten der Privatisierung

Dieses Buch ergreift Partei. Doch Rüdiger Liedtke präsentiert sich nicht als Eiferer, wenn er gegen die Privatisierung öffentlicher Unternehmen oder staat-licher Daseinsvorsorge zu Felde zieht. Der Autor argumentiert differenziert, weshalb er die Telekommunikation als erfolgreiches Modell der Privatisierung beschreibt. Die gesunkenen Preise fürs Telefonieren haben der Bevölkerung tatsächlich einen Nutzen gebracht. Liedtkes Leitlinie für sinnvolle Pri-vatisierungen: Kommerzielle Anbieter missten den Bürgern spürbare Erleichterungen bringen – "weniger Bürokratie, Transparenz, einen freundlichen und zielgerichteten Service und moderate Preise". Und das Ganze dürfte nicht "zu Lasten und Kosten der Allgemeinheit gehen".

Liedtke schildert zahlreiche Fälle missratener Privatisierungen, die in einen analytischen Kontext eingeordnet werden. Der Verfasser erläutert verständlich die verschiedenen Konzepte der Privatisierung vom Vollverkauf an Unter-nehmen über privat-rechtliche Organisationsformen bis hin zur Mischform Public-Private-Partnership (PPP). Natürlich fragt sich Liedtke, warum ein "Privatisierungsrausch" zu beobachten ist: Für den Autor liegt die Ursache in der Kombination aus vorherrschendem wirtschaftsliberalen Mainstream und aus der Finanznot, unter der Bund, Länder und Kommunen stöhnen.


Welt am Sonntag, 23. Dezember 2007

Probleme mit den Privaten
In seinem neuen Buch rechnet Rüdiger Liedtke mit Privatisierungen ab


Ihr Zukunftsalltag könnte so aussehen: Nachdem Sie Ihre Kinder morgens in der "Microsoft-Schule" abgeliefert haben, lassen Sie Ihren Personalausweis in der "Bertelsmann-Service-Agentur" verlängern. Danach holen Sie Ihre Ein-trittskarten für die "Hochtief-Oper" ab. Nach einem anstrengenden Tag informieren Sie sich abends per "Daimler-TV" über die Nachrichten des Tages. Was sich anhört wie ein Auszug as einem Science-Fiction-Film, könne Wirklichkeit werden, schreibt Rüdiger Liedtke in seinem Buch "Wir privatisieren uns zu Tode".

So gut ist das Buch: Das Buch ist eine scharfzüngige Generalabrechnung mit allen Arten der Privatisierung. Liedtkes Argumentationskette ist bekannt und gehört zum Standardrepertoire vieler linker Politiker. Der Autor belegt seine Thesen mit Fakten und einer Menge Beispielen. Seine Fundgrube an ge-scheiterten Privatisierungsfällen geht quer durch sämtliche Branchen und reicht von den deutschen Gemeinden bis nach Bolivien. Doch trott der vielen Belege wirkt Liedtkes Buch oft zu einseitig, zu sehr stempelt er Privatisierungen als generell schlecht ab.


FAZ hochschulanzeiger.de, 7. November 2007


Lesetipp: Wir privatisieren uns zu Tode

Der renommierte Autor wirtschaftskritischer Bücher will in seiner neuen Veröffentlichung zeigen, für wie gefährlich er den Privatisierungswahn hält: Wer hilft den Patienten, wenn private Krankenhäuser pleite gehen? Was, wenn sich nur noch Reiche Bildung leisten können?

Und wer springt ein, wenn das private Gefängnis-Management das Weite sucht? Was passiert eigentlich, wenn private Versorger plötzlich keinen Strom, kein Wasser liefern können? Liedtke ist der Ansicht, dass der Staat dabei ist, seine Sicherheitsgarantien gegenüber den Bürgern abzutreten und damit die Daseinsfürsorge aufzukündigen. Eine hoch spannende, brisante Studie.


manager.magazin.de, 31. Oktober 2007

Tagesgewinn: Wir privatisieren uns zu Tode

Deutschland befindet sich im Privatisierungsrausch: Krankenhäuser, Post, Bahn, Elektrizitätswerke, Sozialwohnungen – alles muss raus. Nur ein schlanker Staat, heißt es in der neoliberalen Logik, ist ein guter Staat, und es gibt nicht, was die Privaten nicht besser könnten. Was sich das Gemeinwesen über Generationen mit Steuergeldern aufgebaut hat, wird von der Politik für schnelles Geld verkauft. (...) Rüdiger Liedtke zeigt anhand zahlreicher aktueller Beispiele, dass die Privatisierung der öffentlichen Hand nicht nur vielfach ökonomisch wiedersinnig, sonder auch gefährlich ist. (...) Für Liedtke ist der Staat dabei, seine Sicherheitsgarantien gegenüber den Bürgern aufzu-kündigen. In der Konsequenz heißt das: Er stellt sich selbst infrage und entzieht sich zunehmend die Legitimation.